19 Energie & Umwelt das pro m2 Wohnfläche im Jahr 3 Liter Öl verbrau- chen würde. Für ein 150 m2 Haus sind das 450 Liter Heizöl, plus Verluste der Heizung ca. 600 Liter Ge- samtverbrauch für die Heizung. Um in diesen Be- reich des Niedrigenergiehauses zu kommen, ist eine Wohnraumkomfortlüftung mit Wärmerückgewin- nung in der Regel erforderlich. Niedrigstenergiehaus Zwischen 25 und 15 KWh/m2 a ist das Niedrigst- energiehaus angesiedelt. Ein solches Gebäude soll- te alle wesentlichen Komfortkriterien des Passiv- hauses erfüllen. Merkmale sind u. a. Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, hochwertige Fenster und Verglasungen, weitgehende Wärmebrückenfreiheit und Luftdichtheit des Gebäudes. In der Praxis wird zusätzlich zur Passivhaustechnologie ein kleiner Pel- letsofen zur Abdeckung der Heizlastspitzen einge- setzt. Bei direkt elektrischer Abdeckung der Lastspit- zen ist Vorsicht geboten, damit dieser Anteil nicht über 10-20 % des Gesamtenergiebedarfes über- steigt. klima:aktiv Haus Das klima:aktiv Haus ist sowohl als Niedrigenergie- haus, als auch als Passivhaus möglich. Neben dem Energieverbrauch werden hier weitere Gebäude- bzw. Komfort-Qualitäten in der Bewertung berück- sichtigt: eingesetzte Baumaterialien, Innenraumkli- ma, Infrastruktur, Sommerkomfort, Tageslichtqualität usw. Die Kriterien des klima:aktiv Hauses sind eine sehr gute Checkliste, worauf es beim richtig Bauen ankommt. Passivhaus Das Passivhaus wurde vom Passivhausinstitut (Wolf- gang Feist) genau definiert. Sowohl einzelne - pas- sivhaustaugliche - Komponenten wie Fenster, Lüf- tung mit Wärmerückgewinnung, Planungs- und Bau- ausführungsdetails sowie Luftdichtheit und Wärme- brückenfreiheit, als auch der zulässige Gesamtener- giebedarf ist genau definiert. Passivhäuser sind Ge- bäude mit einer Energiekennzahl < 15 KWh/m2 a, mit einer Heizlast < 10 Wm2 . Auch der Warmwasserbedarf und Strombedarf wird mit eingerechnet. Der Primärenergiebedarf ist mit 120 KWh/m2 a begrenzt. Beim Primärenergiebedarf werden auch die ökologischen Gestehungskosten, Transportverluste fossiler Energieträger mit berück- sichtigt. Das bedeutet z. B. im europäischen Strom- mix, dass sich 1 KWh Strom mit ca. 2,3 KWh primär- energetisch zu Buche schlägt. In der Praxis bedeutet Passivhausbauweise rund 30 cm Dämmung der Wände, 35-40 cm im Dach, Pas- sivhaus-Fensterrahmen und Dreischeiben-Vergla- sung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und ein Luftdichtheitswert n = < 0,6. Bei Mehrfamilienhäu- sern können die Dämmstärken durch das bessere Oberflächen-Volumsverhältnis gegenüber dem Ein- familienhaus rund 10-20 % reduziert werden. Kon- sequent gebaute Passivhäuser können rein über die Erwärmung der Zuluft der Lüftungsanlage effizient beheizt werden. Sie erreichen Jahresheizkosten unter Euro 200,- Nullenergiehaus Ausgangspunkt eines Nullenergiehauses ist ein sehr gutes Gebäude in Passivhausstandard oder sogar noch besser. Sowohl Wärme als auch Strom werden mit entsprechender Technik selber produziert, so- dass über das Jahr bilanziert "Null" Energie bezogen werden muss. Ein energieautarkes Haus würde über Batterie- und Wärmespeicher vom Netz zusätzlich unabhängig sein. Im Marketing werden verschiede- ne Ansätze für den Begriff Nullenergiehäuser ge- wählt. Beispielsweise sind Gebäude mit einer ei- genen Kraft-Wärmekopplung darunter oder Gebäu- de, welche vertraglich den Strombedarf aus einem Windkraftwerk beziehen. Eine Untergruppe wäre das Null-Heizenergiehaus. Ein solches Gebäude be- zieht lediglich den Haushaltsstrom vom Netz, wird aber wärmetechnisch, z.B. solar, beheizt.
