20 Energie & Umwelt Energie-Plus-Haus Je nachdem, wie groß die Energieerzeugung am Ge- bäude ausfällt, kann auch ein Überschuss erzielt werden, der für andere Gebäude, über Strom- oder Wärmenetze zur Verfügung steht. Oder: Das Elektro- Auto wird von der eigenen PV-Anlage gespeist. Grundsätzlich gilt, dass unter mitteleuropäischen Kli- mabedingungen mit heute verfügbaren Materialien ein kleiner Restheizbedarf gegeben ist. Es macht weder Sinn, mit überdimensionalem Auf- wand zu dämmen, noch sozial- bzw. kostenunver- träglich Konzepte zu machen. Auf mittlere Sicht ist absehbar, dass die Verbreitung verschiedener Tech- niken, wie z.B. Photovoltaikanlagen, ev. Brennstoff- zellen, neuartige Kraft-Wärmekopplungen (Stirling Motor) u. a., mehr zur starken Verbreitung von "ener- gieproduzierenden Gebäuden" führt. Spitzenreiter der Masse Ein in Österreich besonders oft realisierter Gebäude- typ ist das Niedrigenergiehaus, dem wir aus diesem Grunde hier noch einmal besondere Aufmerksam- keit schenken wollen. Wer heutzutage baut verzichtet in den wenigsten Fällen auf Niedrigenergieplanung und –umsetzung, zumindest was die Zielvorgaben angeht. Primär geht es um die Ressourcenschonung und den Umweltschutz. Ziel ist es, den Energieaufwand für die Beheizung, die Belüftung und die Versorgung mit Licht auf das nötige Mindestmaß zu reduzieren. Gerade dem baulichen Wärmeschutz kommt eine zentrale Bedeutung zu. Der bestmögliche Wärmeschutz darf alle anderen Funktionen des Bauteils nicht unbeachtet lassen: Tragfähigkeit, Brand- und Schallschutz, Regen- und Feuchteschutz. Die Bedeutung von Niedrigenergiehäusern ist be- sonders aus umweltschutztechnischen Gesichts- punkten erforderlich. Die Konditionierung unserer Gebäude, also die Be- heizung, Kühlung, Belüftung, Be- und Entfeuchtung sowie die Versorgung mit Licht erfolgt zum Großteil über den Einsatz von Energie. Die Erzeugung eben dieser Energie erfordert die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wobei Schadstoffe und CO2 an die Umwelt abgegeben werden. Dies wiederum führt zu einer Verstärkung des anthropo- genen Treibhauseffektes. Gerade aus diesen Gründen sind Energiespar- maßnahmen so wichtig, und Gebäude mit nied- rigem Energieverbrauch müssen zum Standard werden. Weiters muss hier ein Umdenken in Richtung Nach- haltigkeit passieren. Die Rohstoffe müssen zukunfts- orientiert gewählt und eingesetzt werden. Die bei- den Schlüsselwörter für eine zukunftsorientierte Bauweise lauten Verlustreduzierung und Gewinn- steigerung. Zu den verlustreduzierenden Elementen gehören alle Maßnahmen zur Reduzierung der Transmissions- und Lüftungswärmeverluste, sowie der Umwandlungs-, Verteilungs- und Stillstandver- luste bei der Wärmeerzeugung. Wesentlich sind hierbei die Außenbauteile mit klei- nen Wärmedurchgangskoeffizienten und Bauteilan- schlüsse mit kleinen Wärmebrückenverlustkoeffi- zienten. Auch eine weitgehend luftdichte Gebäudehülle, eine dem Bedarf angepasste Lüftung mit Wärme- rückgewinnung sowie eine Anlagentechnik mit möglichst hohem Jahresnutzungsgrad sind verlustre- duzierende Faktoren. Auf der anderen Seite muss die Wärmegewin- nung gesteigert werden.
