24 Energie & Umwelt lungen" unterschiedlicher Qualität und Quantität im Hinblick auf den Energieausweis normiert haben. Da das EAVG speziell auf die „landesrechtlichen Vor- schriften" verweist, sollten die Bestimmungen für die einzelnen Bundesländer in der entsprechenden Landesregierung eingeholt werden. Der Energieausweis - worauf Eigentümer achten sollten: Wer eine Waschmaschine, einen Kühlschrank oder Geschirrspüler kaufen möchte, vergleicht die unter- schiedlichen Angebote unter anderem mit Hilfe der Energieeffizienzklassen. Denn ein scheinbar günsti- ges Gerät ist eben möglicherweise gar nicht so gün- stig. Nämlich dann, wenn es die Stromkosten in die Höhe treibt. Über die Lebensdauer des Gerätes gerechnet sind die Gesamtkosten dann erheblich höher. Diese simple Tatsache trifft genauso für Gebäude zu. Es sind viele Faktoren - wie z.B. Zustand der Fenster, Türen, Dämmung ... Erhöhte Markttransparenz und Wettbewerb Es geht hier vielmehr um die Frage, ob durch eine Sanierung ein höherer Erlös aus Vermietung oder Verkauf möglich ist, also ob die Baumaßnahmen wirtschaftlich nutzbringend sind. Und tatsächlich ist durch die künftig größere Markttransparenz anzu- nehmen, dass das Kaufkriterium Energieeffizienz immer bedeutsamer wird und so einen entspreche- nden Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt auslö- sen wird. Energiesparhäuser mit niedrigen Heizkos- ten hätten dann einen erheblichen Wettbewerbs- vorteil gegenüber nicht modernisierten „Energie- schleudern". Der Energieausweis unterscheidet sich je nach Bun- desland in Österreich. So unterscheiden sich etwa die jeweiligen Angaben, die im Ausweis stehen und auch das Layout ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der wichtigste Kennwert ist aber in jedem Energieausweis enthalten: Die Energiekenn- zahl, die darüber Auskunft gibt, wie viel Energie Sie in Ihrem Haus pro Quadratmeter Fläche im Jahr be- nötigen. Sie wird in kWh/m2 angegeben. Sehr leicht lässt sich diese Kennzahl in Euro/m2 umrechnen, sobald man den Preis für eine kWh kennt. Auf diese Weise lässt sich der Energieverbrauch pro Jahr im Durchschnitt errechnen, und im Vergleich mit ande- ren Energiekennzahlen kann der Zustand des eige- nen Hauses eingeordnet werden. Fazit Der Energieausweis liefert Entscheidungsgrundlagen für Sanierungsmaßnahmen, seine eigentliche Funk- tion aber ist die Herstellung von Markttransparenz und Wettbewerb unter den Anbietern von Immo- bilien. Durch die Verpflichtung zum Energieausweis erkennt mancher Hausbesitzer vielleicht auch Po- tentiale, die er aus Eigeninitiative nie erschlossen hätte. Dass er zu seinem Glück gezwungen wurde, wird er bei Betrachtung der ersparten Energiekosten wahrscheinlich verschmerzen können. Ziviltechniker als Partner Den Bauherrn präsentiert sich etwa bei der Auswahl des geeigneten Heizsystems heute eine verwirren- de Vielfalt an Komponenten wie Heizkesseln, Solar- kollektoren, Biomasseheizungen oder Wärmepum- pen usw. Im Hinblick auf den Energieausweis ist die Wahl eines richtigen Systems mit guten Nutzungs- graden entscheidend. In der Haustechnik tätige Zi- viltechniker beraten und führen die Planung durch. Sie überwachen im Auftrag des Bauherrn die Aus- führung durch das Installationsunternehmen und führen die Abnahmen und Rechnungsprüfungen durch. Und natürlich stellen sie in Zusammenarbeit mit dem Architekten auch den Energieausweis aus. Foto:etuth_pixelio.de
