67 AUFTRAG, VERTRAG, KONTROLLE UND ABSICHERUNG ganges einer Baufirma und des Privaten, der dann auf seinen Kosten sitzenbleibt. Um dieser Problematik vorzubeugen, sollte eine Bankbürgschaft vereinbart werden, die im Fall eines Konkurses zum Tragen kommt! Diese Bürgschaft muss dabei selbstschuldnerisch und unbefri- stet sein! Vereinbaren Sie keine befristeten Bürgschaften und wählen Sie als Rückgabedatum immer die „Fertigstellung des Ge- werkes“ und nicht einen Kalendertag! Beachten Sie diese Tipps unbedingt und lassen Sie im Zweifelsfall einen Profi über die Verträge schauen. Nur allzu oft ist ein solcher Vertrag nämlich kaum das Papier wert, auf dem er geschrieben steht! Der Handwerker ist Ihr Partner. Sie sind von seiner guten Leistung abhängig und bezahlen ihn dafür. Der richtige Um- gang mit den Handwerkern auf der Baustelle ist demnach wichtig: ➤ Vergeben Sie Aufträge nur an Meisterbetriebe. Wenden Sie sich an die jeweiligen Innungen, um qualifizierte Handwerker zu finden. ➤ Holen Sie noch vor Auftragserteilung sämtliche Kosten- voranschläge ein. Vergleichen Sie Leistungsumfang und Preise. ➤ Bestehen Sie auf Schriftlichkeit aller Verträge, speziell bei größeren Aufträgen. Der Leistungsumfang sollte im Vertrag exakt geregelt sein. Auch Termine und der Fertigstellungszeitpunkt müssen schriftlich festgehalten werden. ➤ Bei mündlichen Aufträgen immer die Art und den Um- fang der auszuführenden Arbeiten genau festlegen, da sonst der Handwerker den Zeit-, Werkzeug-, Material- und Personalbedarf nicht detailliert planen kann, und es so unter Umständen zu unnötigen Mehrkosten für Sie kommen kann. ➤ Berechnen Sie immer auch die An- und Rückfahrtszeiten der Handwerker mit ein. TIPP: Die Beauftragung von Handwerkern im regionalen Nahbereich kann um vieles kostengünstiger sein! ➤ Der Preis für den gesamten Leistungsumfang sollte Ihnen von Beginn an bekannt sein. Lassen Sie sich die genauen Stundensätze, Fahrtkosten und Zahlungs- konditionen schriftlich geben. ➤ Führen Sie Buch über die Arbeitsstunden, die der Hand- werker auf der Baustelle verbracht hat und lassen Sie den Beleg vom Handwerker quittieren. Einen Durch- schlag sollte der Handwerker selbst erhalten. ➤ Versuchen Sie im Reklamationsfall mit dem Handwerker direkt offen zu sprechen. Sollte es zu Problemen kommen, wenden Sie sich an die jeweilige Innung, bei der der Betrieb Mitglied ist (siehe dazu das Verhalten bei Mängeln). Welche Fehler können mir als Bauherr passieren? Bevor Sie sich über mögliche Verfehlungen der Handwerker auf Ihrer Baustelle ärgern, sollten Sie vielleicht die eigene Einstellung und Verantwortlichkeitsauffassung überprüfen. Um einen einwandfreien Baustellenbetrieb zu ermöglichen, gibt es Vieles, das Sie als Bauherr tun können: ➤ Regelmäßige Präsenz: Sie sollten möglichst täglich zu- mindest einmal auf der Baustelle zugegen sein, und zwar dann, wenn die Handwerker auch hier sind. Fragen und Probleme können so direkt und persönlich bespro- chen werden. ACHTUNG: Wenn tagelang kein Ansprechpartner vor Ort ist, wird der Ausführende irgendwann notgedrungen selbst eine Lösung finden müssen! ➤ Baufachleute hinzuziehen: Machen Sie auch regelmäßi- ge Rundgänge mit einem Architekten oder sonstigen Profi. Besonders die tragenden Bauteile wie Rohbau und Dach oder die später nicht mehr sichtbaren Einbauten (Installationen aller Art) sollten zeitgerecht überprüft werden.
