1) Hartschaumplatten Sehr beliebt und leicht in der Ausführung ist die Isolierung durch Hartschaumplatten. Diese werden direkt mit Ansetzmörtel an die Wand geklebt. Die Platten sind mit dem Nut-und-Feder-Prin- zip ausgestattet und überlappen so perfekt. Die Hartschaum- platten sind feuchtigkeitsabweisend und leicht zu verarbeiten. Jedoch haben sie auch Nachteile. Zwar kann auf dieser Däm- mung gut gefliest werden, Bohrungen sind jedoch eher proble- matisch. Auch bleibt die Wand sehr stoßempfindlich, wenn di- rekt auf den Platten verputzt wird. Der Fachmann rät hier zu einer Zwischenschicht aus Gipsplatten, auf denen dann der Putz oder die Tapete angebracht werden können. 2) Vorsatzschalen Eine weitere Möglichkeit, Ihre Wände von innen zu dämmen, stellt die Variante mit Vorsatzschale dar. Es gibt hier die Mög- lichkeit mit Holz oder mit Metall zu arbeiten. Metall bietet gegenüber dem Holz die Vorteile, dass es sich nicht verzieht und Feuchtigkeit kein Problem darstellt. Zwischen die einzelnen Ständer aus dem gewählten Material kommt dann der Dämmstoff, im Normalfall Mineralwolle. Die Ständer sollten unbedingt in einem Abstand von genau 62,5 cm montiert werden, da dies das gängige Maß der Gipsplatten ist. Vorgegangen wird wie folgt: Montieren Sie als erstes die Anschlusslatten zu Wänden, Decke und Boden. Die Latten (wenn Holz) sollten an den Rückseiten mit Dämm- streifen versehen werden. Nun werden die Latten angeschraubt. Wenn alle Latten montiert sind, werden wie bereits erwähnt die Dämmmatten zwischen die jeweiligen Latten geklemmt. Ver- gessen Sie hier auf keinen Fall, auch den Raum zwischen Lat- tung und Außenwand zu isolieren, da ansonsten Wärme- brücken entstehen können. Im Gegensatz zur Hartplattenvari- ante muss hier unbedingt eine Dampfbremse angebracht wer- den. Diese tackern Sie am besten direkt an der Lattung fest. Ganz wichtig ist, dass eine luftdichte Ebene geschaffen wird. Also überkleben Sie besser auch dort, wo die Tackereinstiche sind. Die Dampfbremse ist deshalb so wichtig, da sich, selbst wenn der Dämmstoff dicht sein sollte, zwischen dem Ständerwerk und der Dämmung Wasserdampf sammeln kann. Erst das Anbringen einer dicht verklebten Folie (etwa PE oder Polyamid) verhindert dies. Auf den ersten Blick erscheint das Muss, eine Dampfbremse anbringen zu müssen, als eine zeitaufwändige Zusatzarbeit. Je- doch haben jene Systeme, die ohne diese zusätzliche Abkle- bung auskommen auch einen massiven Nachteil gegenüber der Vorsatzschalentechnik: Nur innerhalb der Schale können auch Leitungen verlegt werden, was bei den Platten beispielsweise nicht möglich ist. Die Leitungen müssen natürlich wieder luft- dicht nach außen geführt werden, was unter Umständen ein wenig mehr handwerkliches Geschick erfordert. Als eine weite- re Hilfestellung bietet der Markt spezielle Klebebänder und Dichtmanschetten an. TIPP: Verwenden Sie möglichst immer aufeinander abge- stimmte Produkte. Das bedeutet Dämmung, Dampfbremse und Klebeband vom selben Hersteller. So ist ein bestmögliches Er- gebnis garantiert. 3) Dämmtapeten Die wohl unaufwändigste und leichteste Methode, Ihre Wände nachträglich zu isolieren, bietet die so genannte Dämmung von der Rolle. Die praktischen Dämmtapeten haben zwar nur eine Dicke von knapp 4 mm und liefern daher auch nicht die besten Dämmwerte. Aber als Ergänzung zu einer Fassadendämmung, besonders an nicht leicht zu erreichenden Stellen wie etwa hin- ter Heizkörpern oder in Ecken, fungiert sie als perfekte Ersatz- lösung. Lassen Sie sich auf jeden Fall vom Profi oder im Fachhandel be- raten. Je nach bereits vorhandener Dämmung sowie nach dem gewünschten finanziellen und arbeitstechnischen Aufwand kön- nen Sie sich dann für eine der vielen Möglichkeiten einer selbst- gemachten Innendämmung entscheiden. Falls Ihnen der Sinn nicht danach steht, selbst Hand anzulegen, haben Sie noch immer die Möglichkeit, ein professionelles Bau- unternehmen oder einen speziellen Fachmann anzuheuern, um sich auf einen garantiert „warmen Winter“ zu freuen. ACHTUNG: Zwei Drittel des Energieverbrauches in unseren Haushalten entfällt auf die Heizung. Ein effektiver Wärme- schutz kann demnach den Verbrauch erheblich senken. Investi- tionen in eine gute Dämmung amortisieren sich innerhalb kür- zester Zeit. AUF IN DIE PRAXIS – BAUEN UND WOHNEN Nähere Informationen erhalten Sie unter www.hausbauplaner.at 87
