Hausbauplaner 2009-2010

Solar – Nutzung der Sonne Eine zusätzliche Maßnahme zu bereits vorhandenen Heizsyste- men ist die Solaranlage. Bei Niedrigenergieheizsystemen bietet sie eine Heizungsunterstützung, ansonsten ist die Solarenergie nur für das Brauchwasser einsetzbar. Bei der Variante einer Heizungsunterstützung ist zu beachten, dass man eine große Dachfläche (ca. 20 m2 ) mit guter Ausrich- tung und der entsprechenden Dachneigung benötigt. Wird die Solaranlage nur für das Brauchwasser ausgelegt, so ist für eine durchschnittliche vierköpfige Familie lediglich eine Kollektorflä-che von ca. 6 m2 , sowie ein Solarspeicher mit etwa 500 Litern ausreichend. Die Einsparung, die aufgrund einer Solaranlage erfolgt, ist doch sehr beachtlich: Im Jahresdurchschnitt ist eine Einsparung von ca. 50 % der Energie zur Brauchwassererwärmung möglich – die entsprechende Pumpe läuft mit rund 60 Watt (Glühbirne). Auch ein bewölkter Himmel ist bei den heutigen Solarkollekto- ren kein Hindernis. Eine Solaranlage bietet sich als Zusatz für alle Heizsysteme an. Eine weitere Möglichkeit ist ein Kachelofen – Voraussetzung ist ein freier Kamin und einiges an Platz. Auch der Kostenauf- wand ist nicht unerheblich. Einen Kachelofen kann man dem Stil der Einrichtung perfekt anpassen, ob modern mit buntem Mosaik oder rustikal mit den bekannten grünen Kacheln – die Bandbreite ist enorm. Auch die typische Kachelofenform ist nicht mehr Pflicht, der Fantasie und auch dem Preis sind keine Grenzen gesetzt. Weiters bietet sich die kleinere und kostengünstigere Alternati- ve auch für kleine Wohnungen an – der Kaminofen! Man be- nötigt nur wenig Platz und einen freien Kamin. Auch hier sind die Möglichkeiten breit: ob klein, groß, rund, eckig, drehbar, mit Kacheln, ohne Kacheln, mit Glas oder ohne, mit Warmhalte- fach, …. Die Kaminöfen sind in verschiedenen Größen erhältlich (richtet sich nach der zu beheizenden Fläche). Ein richtig positionierter Kaminofen kann ein Reihenhaus leicht heizen. Der Vorteil zu anderen Heizsystemen ist die rasche Wärmeleistung. Vom ein- heizen zum wohlig-warmen Raum sind es nicht einmal 15 Mi- nuten. Auch die Reinigung ist denkbar einfach – auskehren und Aschenlade entleeren – das war es schon. Hat man einen Kaminofen mit Glas, so ist der romantische, stimmungsvolle Effekt gesichert. Auch hier ist die Reinigung im kalten Zustand mit Spülmittel sehr einfach. Beheizt wird der Kaminofen mit Scheitholz oder Holzbriketts. Der Verbrauch ist durch die sofort abgebende Wärme gering und kann durch wär- mespeichernde Kacheln erhöht werden. Gerade in der Übergangszeit ist der Kaminofen eine tolle Alter- native. Wenn es am Tag noch 20 Grad hat, so kann es abends doch schon empfindlich abkühlen, und da die Heizkörper aufzu- drehen ist eigentlich unsinnig, da man meist nur im Wohnbe- reich eine Temperierung wünscht. Fazit: Ein Kaminofen ist eine günstige Alternative für die Über- gangszeit und die Heizungsunterstützung im Winter. Auch ist die wohlige Wärme eines Kaminofens nicht mit Heizkörper- wärme zu vergleichen. TIPP: Vor dem Kauf eines Kaminofens muss der örtliche Rauchfangkehrer den Kamin zur Nutzung freigeben, auch die Kehrung und das Ausbrennen des Kamins ist Vorschrift. Die Kosten halten sich in Grenzen. Auch die kleinere Alternative - der Pelletsofen - ist eine feine Sache, allerdings müssen hier die Pellets meist per Hand aus einem Sack eingefüllt werden. Die Steuerung kann mit der neuesten Technik schon per Handy erfolgen. Dieses System ist aber eigentlich nur als Zusatzhei- zung zu empfehlen, da der Ofen meist zuwenig kW Leistung liefert und einen zu kleinen Vorratsraum hat, um eine komplet- te Wohnung oder ein Haus über längere Zeit zu heizen. Der Arbeitsaufwand ist nicht zu verachten. Der Kamin muss nach gesetzlichen Vorschriften gereinigt werden, die Aschenlade muss ca. alle 14 Tage entleert werden. Auch die Nachfüllung der Pellets muss immer kontrolliert werden, um nicht im Kalten zu sitzen. Auch hier empfiehlt es sich, einen Energieberater zu Rate zu ziehen, um alle Möglichkeiten zu prüfen und eine böse Überraschung zu vermeiden. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.hausbauplaner.at 97 AUF IN DIE PRAXIS – BAUEN UND WOHNEN

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