Nach dem vereinfachten Verfahren (Nachweis über die mindesterforderli- che speicherwirksame Masse) laut ÖNORM B 8110-3 wird dieser Raum unter aktuellen Klimabedingungen als sommertauglich eingestuft. Das thermische Verhalten des Muster- raums für die beiden Szenarien für das Jahr 2050 wurde mittels dynamischer thermischer Gebäudesimulation unter- sucht. Als Berechnungswerkzeug wurde das Programm TRNSYSlite eingesetzt.5 Berechnet wurden die prognostizier- ten Veränderungen des Heizwärmebe- darfs und der Heizlast, beides Schlüs- selgrößen in der aktuellen Diskussion um den Beitrag von Gebäuden zum Kli- mawandel. Der Heizwärmebedarf ist die Schlüssel- größe für den Bedarf an Nutzwärme und somit implizit für den Bedarf an Endenergie und für klimarelevante Emissionen. Die Heizlast wiederum ist eine Schlüs- selgröße für die Dimension und somit für den Platzbedarf und die Kosten der Heizungsanlage. Für den untersuchten Raum wird eine Verringerung des Heizwärmebedarfs von 23 kWh/m2 a auf 19 kWh/m2 a bzw. 16 kWh/m2 a prognostiziert, also eine rela- tive Senkung um 17% bzw. um 30%. Für die Heizlast hingegen wird nur eine Verringerung von 22 W/m2 auf 20 W/m2 bzw. 18 W/m2 prognostiziert. Die Senkung des Heizwärmebedarfs fällt also stärker aus als jene der Heiz- last. Die Kosten für die Heizanlage sin- ken daher nicht proportional mit dem bereitzustellenden Wärmebedarf und die Auslastung der Heizanlagen sinkt. Wie bereits erwähnt gilt der gewählte Musterraum laut dem vereinfachten Nachweisverfahren der ÖNORM B 8110-3 als sommertauglich. De facto, bzw. auch laut dem zweiten normgerechten Verfahren der peri- odisch eingeschwungenen Analyse ist diese Sommertauglichkeit aber nur ein- geschränkt gegeben, was auch die thermische Jahressimulation bestätigt. Der Raum weist demnach bei unge- kühltem Betrieb auch unter gegenwär- tigen Klimabedingungen eine Über- schreitungshäufigkeit der Innenlufttem- peratur von 26° Celsius an 329 h/a auf. Mit den Effekten des Klimawandels wird eine Steigerung dieser Über- schreitungshäufigkeit auf völlig inak- GEBÄUDEPERFORMANCE 2050 16 Abbildung 3: Heizwärme- und Kühlbedarf im Klimaszenarienvergleich 5 TRNSYSlite 4.0.27, Transsolar, Stuttgart
