10:42:05 - Bauhandbuch 2009

zeptable Werte von 1.063 h/a bzw. 1303 h/a prognostiziert. Untersucht wurden schließlich die pro- gnostizierten Veränderungen des Kühl- bedarfs und der Kühllast, jenen beiden Schlüsselgrößen angesichts der Frage nach dem sommerlichen thermischen Gebäudeverhalten unter geänderten Klimabedingungen. Für den untersuchten Raum wird eine Erhöhung des Kühlbedarfs von 1 kWh/ m2 a auf 9 kWh/m2 a bzw. 12 kWh/m2 a prognostiziert, also eine relative Stei- gerung um den Faktor 9 bzw. um den Faktor 12. Für die Kühllast ergibt sich hingegen nur eine Erhöhung von 33 W/m2 auf 39 W/m2 bzw. 42 W/m2 . Hier liegt also eine gegensätzliche Tendenz zu jener im Heizfall vor: Der Kühlbedarf vervielfacht sich, während die Kühllast nur moderat ansteigt.6 Die Simulation zeigt deutlich die Ten- denzen auf, die hinsichtlich der Tem- perierung von Gebäuden mit dem Kli- mawandel verbunden sein werden: • Ohne architektonische, bautechni- sche und funktionsrelevante Maß- nahmen ist mit einem drastischen Ansteigen des Kühlbedarfs zu rech- nen, selbst bei Räumen, die nach heutiger Dimensionierung als som- mertauglich ohne Kühlung gelten dürfen. • Der Heizwärmebedarf dürfte signifi- kant, in einer Größenordnung von bis zu 30% sinken. • Für die Heizlast und auch die Kühl- last ist hingegen mit geringeren Ver- änderungen zu rechnen. Es ist daher dringend erforderlich, heute errichtete Gebäude bereits vor- ausschauend an die künftigen klimati- schen Gegebenheiten anzupassen. Dem sommerlichen Überhitzungs- schutz muss zweifellos wesentlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet wer- den, als es derzeit der Fall ist. Die neuen Bestimmungen zur Begren- zung des außeninduzierten Kühlbe- darfs in der neuen ÖNORM B 8110-1 ist ein guter Schritt in diese Richtung. Von einer Rücknahme des Wärme- schutzstandards als Reaktion auf mil- dere Winter ist hingegen dringend abzuraten. Der Wärmeschutz leistet auch im Som- mer hervorragende Dienste und er ist in den weiterhin vorhandenen winterli- chen Extremsituationen qualitätsent- scheidend. Arch. DI Dr. techn. Renate Hammer, MAS Tel.: +43 2732 893 2655 Mail: renate.hammer@donau-uni.ac.at DI Dr. techn. Peter Holzer Tel.: +43 2732 893 2650 Mail: peter.holzer@donau-uni.ac.at Donau-Universität Krems Department für Bauen und Umwelt www.donau-uni.ac.at/dbu 6 Hammer Renate, Holzer Peter, Sommertauglichkeit im Klimawandel – Studie am Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems, 2007 GEBÄUDEPERFORMANCE 2050 17

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