ÖKOLOGISCHES BAUEN 20 Reduzierter Energieverbrauch durch ökologisches Bauen Ökologisches Bauen ist mehr als Wär- medämmung und gesunde Baustoffe! So beträgt bei einer angenommenen Nutz- ungsdauer von 80 Jahren eines nach moderner Bauordnung errichteten Ge- bäudes der Anteil an Heizenergie über 60%. Vergleicht man dazu ein modernes Niedrigenergie- oder Passivhaus, so wäre der Heizenergieverbrauch so nied- rig wie der Energieverbrauch für die Er- richtung und Produktion. Wer heutzutage modern baut, verzich- tet in den wenigsten Fällen auf Niedrig- energieplanung und –umsetzung, zu- mindest was die Zielvorgaben angeht. Primär geht es um die Ressourcen- schonung und den Umweltschutz. Ziel ist es, den Energieaufwand für die Be- heizung, die Belüftung und die Ver- sorgung mit Licht auf das nötige Min- destmaß zu reduzieren. Gerade dem baulichen Wärmeschutz kommt eine zentrale Bedeutung zu. Der bestmögliche Wärmeschutz darf alle anderen Funktionen des Bauteils nicht unbeachtet lassen: Tragfähigkeit, Brand- und Schallschutz, Regen- und Feuchteschutz. Die Bedeutung von Niedrigenergie- häusern ist besonders aus umwelt- schutztechnischen Gesichtspunkten erforderlich. Die Konditionierung un- serer Gebäude, also die Beheizung, Kühlung, Belüftung, Be- und Entfeuch- tung sowie die Versorgung mit Licht erfolgt zum Großteil über den Einsatz von Energie. Die Erzeugung eben die- ser Energie erfordert die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wobei Schadstof- fe und CO2 an die Umwelt abgegeben werden. Dies wiederum führt zu einer Verstärkung des anthropogenen Treib- hauseffektes. Gerade aus diesen Gründen sind Ener- giesparmaßnahmen so wichtig, und Gebäude mit niedrigem Energiever- brauch müssen zum Standard werden. Weiters muss hier ein Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit passieren. Die Rohstoffe müssen zukunftsorientiert gewählt und eingesetzt werden. Die beiden Schlüsselwörter für eine zu- kunftsorientierte Bauweise lauten Ver- lustreduzierung und Gewinnsteigerung. Zu den verlustreduzierenden Elementen gehören alle Maßnahmen zur Reduzie- rung der Transmissions- und Lüftungs- wärmeverluste, sowie der Umwand- lungs-, Verteilungs- und Stillstandver- luste bei der Wärmeerzeugung. Wesentlich sind hierbei die Außenbau- teile mit kleinen Wärmedurchgangs- koeffizienten und Bauteilanschlüsse mit kleinen Wärmebrückenverlustkoeffizi- enten. Auch eine weitgehend luftdichte Gebäudehülle, eine dem Bedarf ange- passte Lüftung mit Wärmerückgewin- nung sowie eine Anlagentechnik mit möglichst hohem Jahresnutzungsgrad sind verlustreduzierende Faktoren. Auf der anderen Seite muss die Wär- megewinnung gesteigert werden. Da- für benötigt man alle Maßnahmen, durch welche verstärkt Sonnenenergie aufgenommen wird und jene, die eine verstärkte Nutzung dieser Energie und interner Wärmequellen ermöglicht. Foto: www.aboutpixel.de/bobmarly Foto:www.aboutpixel.de/schachspieler
