ÖKOLOGISCHES BAUEN 21 Auch Systeme zur Vorwärmung der Zuluft sind hier einzuordnen. So auch die Anordnung, Größe und Verteilung der Fenster, aber auch die Integration von unbeheizten Wintergärten oder Glasanbauten. Drastische Wärmegewinnsteigerungen können auch mittels spezieller Wand- und Fassadenausbildungen mit trans- luzenter Wetterschale, transluzenter Wärmedämmung (TWD) und möglicher Durchströmung zur Vorwärmung der Zuluft erreicht werden. Energiesparende Bauweise Niedrigenergiehäuser beruhen auf optimaler Gebäudeplanung und guter Wärmedämmung, durch welche die Wärmeverluste nach außen minimiert und die solaren Gewinne genutzt wer- den. Eine kompakte Bauweise, die Südausrichtung des Gebäudes, eine gut gedämmte Gebäudehülle sowie die sorgfältige Bauausführung mit garan- tierter Luftdichtheit und der Vermei- dung von Wärmebrücken sind Grund- regeln energieschonenden Bauens. Das Niedrigenergiehaus wird als Haus mit einer Energiekennzahl von rund 40 – 50 kWh/m2 a definiert. Der Ver- gleichswert, um die thermische Quali- tät eines Gebäudes zu beschreiben ist die so genannte Energiekennzahl (HWB). Die HWB wird in kWh/m2 pro Jahr angegeben und spiegelt wieder, wie viel Energie pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche im Jahr benötigt wird. Dieser Wert kann auch leicht be- ziffert werden, da man im Normalfall den Preis einer kWh kennt. Chronologie der Planung Der erste Schritt der Planung sollte zu- erst eine Verlustreduzierung zum Ziel haben und dann eine Gewinnmaxi- mierung folgen lassen. Im Konfliktfall sollte – gerade unter ökonomischen Gesichtspunkten - bei der Planung den verlustreduzierenden der Vorzug ge- genüber den gewinnsteigernden Ele- menten gegeben werden. Erst wenn alle Voraussetzungen eines Niedrigenergiehauses durch bauliche Maßnahmen geschaffen wurden, sollte die Anlagentechnik darauf abgestimmt werden. Der zukünftige Hausbewoh- ner sollte in alle Überlegungen und Entscheidungen mit einbezogen wer- den, der Planer bzw. Architekt sollte ihn nicht reglementieren. Aufgabe des Planers ist es, dem Nutzer die baulichen wie auch anlagentechni- schen Voraussetzungen für einen ge- ringen Heizenergieverbrauch bereitzu- stellen und ihm durch Information und Bewusstseinsänderung Verständnis wie auch Kenntnis der Zusammen- hänge näher bringen. Konstruktion und Ausführung Niedrigenergiehäuser sind durchaus komplexe Gefüge. Um deren Funk- tionsfähigkeit sicher zu stellen, müs- sen besonders die eingesetzten Ma- terialien und Baustoffe sorgfältig auf- einander abgestimmt werden. Die architektonischen Möglichkeiten bei der Planung sind vielfältig. Da- rüber hinaus ist es die Aufgabe des Architekten, Entscheidungen über das Gebäudekonzept in Bezug auf Energie- bedarf und –reduzierung zu treffen und die Bauherren über Alternativen zu informieren. Richtwerte für die Bauteile Es gibt keine generellen Aussagen über notwendige U-Werte, da diese auch stark von der Bauform abhängen. Als Anhaltspunkte für die U-Werte kön- nen gelten: • Außenwände: ca. 0,2 W/m2 K • Fenster: Verglasung 0,9 W/m2 K, gesamtes Fenster 1,2 W/m2 K • Decken und Dachschrägen: ca. 0,15 W/m2 K Foto:www.aboutpixel.de/th_photo
