Nase und Luftröhre sind somit eine Filteranlage, die sich fortlaufend selbst reinigt. Sinkt die Luftfeuchtigkeit, verkrustet der Schleim und verliert seine Klebewir- kung. Die geschlossene Schleimober- fläche wird unterbrochen, der Abtrans- port der Fremdpartikel unterbleibt. Die ersten Symptome sind unangeneh- me Empfindungen von Trockenheit im Nasen-Rachen-Raum, die sich bis zu schmerzhaften Reizen steigern können. Bakterien finden ein günstiges Milieu zur Entwicklung. Sie dringen in die aus- getrocknete Schleimhaut ein und lösen hier entzündliche Erscheinungen aus11 . • Positive Aspekte erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit Bei erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit erhöht sich tendenziell die Stärke des Tränenfilms über der Augennetzhaut, die Augenlidbewegung stabilisiert sich12 . Auch für Patienten mit atopischem Ek- zem (Neurodermitis) wird empfohlen, die Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 45 bis 55 Prozent zu halten. • Negative Aspekte hoher relativer Luftfeuchtigkeit In konventionellen Gebäuden wird zu feuchte Innenraumluft als Zeichen un- genügender Hygiene, jedenfalls aber mangelnden Luftwechsels gewertet. Nachteilig macht sich hohe relative Feuchte dahingehend bemerkbar, dass bei den Bewohnern der Eindruck von "abgestandener Luft" leicht zunimmt; dies könnte durch eine leichte Ver- änderung der Emissionsprofile vieler Luftschadstoffe aufgrund der erhöh- ten Luftfeuchtigkeit bedingt sein13 . 11 ebenda 12 Wolkhoff,Peder; Kjaergaard, Soren K. (2007) 13 Wolkhoff,Peder; Kjaergaard, Soren K. (2007) Fazit Große individuelle Diskrepanzen be- stehen zwischen den für unterschiedli- che Gruppen idealen Feuchtebedin- gungen in Innenräumen; die Kenntnis dieser Unterschiede ist für die Erar- beitung von individuellen Lösungen für die jeweiligen Nutzer erforderlich. DI Tania Berger Donau Universität Krems Department für Bauen und Umwelt www.donau-uni.ac.at/dbu Tel: +43 2732 893 2661 Mail: tania.berger@donau-uni.ac.at Quellenangabe Blank, Irvin H. (June 7 and 8 1951): Factors which influence the water content of the stra- tum corneum. Veranstaltung vom June 7 and 8 1951. Atlantic City. Veranstalter: Society for Investigative Dermatology. Grandjean, Etienne (1962): Die Luftfeuchtigkeit. In: Rev. Méd.prév./ Z. Präventivmed., H. 7, S. 405–418. Iselt, Peter; Alfred Kaut GmbH (2006): Tem- peratur und Luftfeuchtigkeit als untrennbares Duo. Die Bedeutung der relativen Luftfeuchtig- keit für die Gesundheit bei raumlufttechnischen Anlagen. In: Kälte Klima Aktuell, H. 1, S. 60–62. Referat für Gesundheit und Umwelt (Juni 2005): Gesund wohnen. Schadstoffe in Innenräumen erkennen und beseitigen. Unter Mitarbeit von Andrea Reiche, Hans Ulrich-Raithel und Christina Hacker. Herausgegeben von Landes- hauptstadt München. Umweltinstitut München e.V. München. Spritzendorfer, Josef (24.9.2008): Allergiker- freundliches Bauen. Interview mit Berger, T. Am 24.9.2008 in Krems. Tappler, Peter (8.Oktober 2008): Luftgüte und Schadstoffe in Innenräumen. Sanierung und Revitalisierung Universitätslehrgänge „Akade- mische/r Bauexpterte/in“ und Master of Scien- ce“ der Donauuniversität Krems. Veranstaltung vom 8.Oktober 2008. Krems. Veranstalter: Department für Bauen und Umwelt. Tappler, Peter (15.12.2008): Raumluftfeuchtig-keit & Schadstoffemissionen. Krems. Telefonat an T. Berger. Wallner, Dr. Peter; Moshammer, Dr. Hanns; Hutter, Dr. Hans-Peter (Juni 2005): Auswirkun- gen energiesparender Maßnahmen im Wohn- bau auf die Innenraumluftqualität und Gesund- heit. Unter Mitarbeit von DI Peter Tappler, DI. Felix Twrdik, Dr. Erika Ganglberger, Mag. Susanne Geissler, Ing. Antonia Wenisch. Herausgegeben von I. ÖÖIM.B. AGU. BMWA. Wolkhoff, Peder; Kjaergaard, Soren K. (2007): The dichotomy of relative humidity on indoor air quality. In: Environment International, H. 33, S. 850–857. WINTERLICHE RELATIVE LUFTFEUCHTIGKEIT 30
