PHOTOVOLTAIK 42 Die größte Erfin- dung seit dem Rad Wunder Photovoltaik: Die Geschichte des Sonnenstroms und die Perspektiven für die Ener- gieversorgung der Zukunft. Klar, dass das Rad zu den großen Er- findungen der Menschheit gehört. Ob der Erfindung der Photovoltaik einmal der gleiche Respekt zu Teil werden wird, hängt davon ab, ob die Mensch- heit rechtzeitig ihre Bedeutung für das Wohl des Planeten erkennt. Sie ist die Königsdisziplin der Erneuerbaren. Die Photovoltaik erzeugt aus Licht Strom und dieser Sonnenstrom kann wiederum in jede andere Energienutz- form verwandelt werden – sogar wie- der in Licht. Die Rohstofffrage ist irrelevant, da Licht, gemessen an der menschlichen Vorstellungskraft, unendlich vorhan- den ist – auf jeden Fall für die nächsten fünf Milliarden Jahre. Die Energie, die eingestrahlt wird, ist gut 10.000mal so groß wie der Welt- verbrauch. Bei der Stromerzeugung aus Licht gibt es keine Emissionen, keine Bewegung, keine Lärm- oder Ge- ruchsabsonderung – nur stille Existenz. Das Wunder des photoelektrischen Effekts Entdeckt wurde das Wunder der Tech- nik bereits vor 170 Jahren, von einem sehr jungen Mann: Alexandre Edmond Becquerel (es handelt sich dabei um den Vater des berühmten Physikers Antoine Henri Becquerel, nach dem die Maßeinheit für Radioaktivität be- nannt ist) war gerade erst 19 Jahre alt, als er entdeckte, dass zwei Platinplat- ten, in verdünnte Säure getaucht, unter Sonneneinstrahlung mehr Span- nung erzeugen, als ohne. Der photoelektrische Effekt war dadurch erkannt. Albert Einstein stellte die These auf, Licht sei nicht nur als wellenförmige Strahlung zu sehen, sondern als Fluss winziger Energiepakete. Für diese Lichtquantenhypothese er- hielt Einstein 1921 den Nobelpreis. Die erste echte Solarzelle baute Charles Fritts gegen Ende des 19. Jahr- hunderts. Sie beschränkte sich auf einen Wirkungsgrad von mageren 2 Prozent und war aufwändig in der Herstellung. Als im Jahre 1954 Gerald Pearson, Calvin Fuller und Daryl Chaplin stolz die erste Silizium Solarzelle präsen- tierten, jubelte die Wissenschaft zu Recht: Die Welt hatte Hoffnung auf eine nach- haltige Energieversorgung. Die weite- ren Schritte gingen rasend schnell: Be- reits vier Jahre nach ihrer Entwicklung versorgten Solarzellen den US-ameri- kanischen Satelliten „Vanguard I“ mit Elektrizität.
